Klettersteig-Unfälle in Österreich
(2021 bis 13. August 2025)
Mit KI recherchiert von Naturfreunde Fürstenfeld (Charly Forstner)
Im Folgenden sind alle öffentlich dokumentierten Klettersteig-Unfälle in Österreich von 2021 bis einschließlich 13. August 2025 aufgeführt – sowohl tödliche als auch nicht-tödliche. Für jeden Unfall werden Ort, Datum, Unfallart, beteiligte Personen und Unfallhergang sowie Verletzungsschwere oder Todesfolge angegeben, basierend auf Medienberichten, Polizeimeldungen und alpinen Nachrichtenquellen.
Unfallursachen und Häufigkeitsmuster
Die Analyse der Klettersteig-Unfälle in Österreich zeigt wiederkehrende Muster bei den Unfallursachen. Besonders auffällig sind Erschöpfung, mangelnde Ausrüstung und das Aushängen der Sicherung als Hauptgründe für schwere und tödliche Unfälle.
Fehlende oder mangelhafte Ausrüstung
Mehrere Unfälle ereigneten sich, weil Kletterer ohne vollständige Sicherheitsausrüstung unterwegs waren. Am 19. April 2025 musste ein 20-Jähriger am Klettersteig "Wilde Gams" gerettet werden, da er weder Gurt noch Klettersteigset trug.
Erschöpfung und Überschätzung
Häufig führt körperliche Erschöpfung zu gefährlichen Situationen. Am 27. April 2025 erlitt ein 42-jähriger Deutscher am Mahdlgupf-Klettersteig Muskelkrämpfe und konnte weder vor noch zurück. Ähnliche Fälle ereigneten sich am 09. Juni und 09. August 2025.
Aushängen der Sicherung
Das bewusste Aushängen vom Sicherungsseil führte zu mehreren tödlichen Unfällen. Am 14. Mai 2025 stürzte ein Brite am Donnerkogel ab, nachdem er sich zum Fotografieren ausgehängt hatte. Am 30. Juli 2024 verunglückte ein 36-Jähriger tödlich beim Überholen anderer Kletterer.
Wettergefahren
Gewitter stellen eine besondere Gefahr dar. Am 28. Juni 2025 wurden drei ungarische Kletterer am Haidsteig vom Blitz getroffen, überlebten aber. Am 12. Juli 2024 führte ein Blitzeinschlag am Donnerkogel zum tödlichen Absturz eines 61-jährigen Ungarn.
Diese Unfallmuster zeigen, dass viele Klettersteig-Unfälle durch bessere Vorbereitung, angemessene Ausrüstung und umsichtigeres Verhalten vermeidbar wären. Besonders das Aushängen der Sicherung, sei es zum Fotografieren, Überholen oder aus Angst vor Blitzschlag, führt immer wieder zu schweren oder tödlichen Abstürzen.
Tödliche Unfälle 2025
Im Jahr 2025 ereigneten sich bis zum 13. August bereits mehrere tödliche Klettersteig-Unfälle in Österreich. Diese Vorfälle zeigen tragische Muster und verdeutlichen die Gefahren beim Klettersteig-Gehen.
1
01. Mai 2025 - Hochblaser, Eisenerz
Ein 43-jähriger Mann (wahlösterreichischer Staatsbürger aus Graz-Umgebung, gebürtig Serbien) stürzte beim Abstieg nach dem Hochblaser-Klettersteig aus ungeklärter Ursache über 100 Meter in eine Geröllrinne und war sofort tot.
2
02. Mai 2025 - Absamer Klettersteig, Absam
Ein 60-jähriger Deutscher aus dem Landkreis Rosenheim stürzte beim Abstieg nach einer Solo-Begehung des Absamer Klettersteigs tödlich ab. Er wurde erst nach einer nächtlichen Suchaktion im unteren Bereich des Abstiegs tot aufgefunden.
3
04. Juni 2025 - Panoramaklettersteig "Sisi", Altaussee
Eine 50-jährige Bergsteigerin aus Graz verunglückte am Loser-Klettersteig tödlich. Sie hatte den Sisi-Panoramasteig an diesem Tag bereits zweimal durchstiegen. Beim zweiten Aufstieg gegen 20:45 Uhr stürzte sie etwa 50 m unterhalb des Ausstiegs rund 200 Meter in die Tiefe. Sie war zum Zeitpunkt des Absturzes nicht mehr am Stahlseil gesichert.
4
07. Juni 2025 - "Kaiser-Franz-Josef"-Klettersteig, Eisenerz
Ein 18-jähriger Wiener stürzte nach erfolgreicher Begehung des Eisenerzer Klettersteigs beim Abstieg tödlich ab. In einer steilen Querung rutschte er auf schottrigem Untergrund aus und stürzte ca. 200 Meter durch eine felsdurchsetzte Rinne ab.
5
13.08.25-"Däumling-Klettersteig" am Nassfeld
Der 67-jährige Kletterer, verlor beim Aufstieg im Bereich der ersten Seilbrücke das Gleichgewicht und stürzte.
Unfallursache laut Alpinpolizei
Das Klettersteigset wurde nicht ordnungsgemäß in Kombination mit dem verwendeten Kombigurt eingesetzt, was zum Absturz führte.
Bei den tödlichen Unfällen 2025 fällt auf, dass drei der fünf Unfälle beim Abstieg nach der eigentlichen Klettersteig-Begehung passierten. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, auch nach dem Verlassen des gesicherten Steigs konzentriert zu bleiben und Vorsicht walten zu lassen.
Schwere Unfälle mit Verletzten 2025
Neben den tödlichen Unfällen kam es 2025 zu mehreren schweren Unfällen mit Verletzten. Diese Vorfälle verdeutlichen weitere Gefahrenmuster beim Klettersteig-Gehen.
Unfälle durch Stürze ins Sicherungsseil
Mehrere Kletterer erlitten schwere Verletzungen durch Stürze ins Sicherungsseil:
  • Am 27. Mai 2025 stürzte ein 33-jähriger Linzer am Schobersteinblick-Klettersteig 4-5 Meter ins Sicherungsseil und zog sich schwere Verletzungen zu.
  • Am 29. Mai 2025 rutschte ein 47-jähriger Deutscher am Klettersteig "Leite" in Nassereith aus. Sein Klettersteigset fing den Sturz, jedoch prallte er mit dem Knie gegen den Fels.
  • Am 09. Juni 2025 stürzte ein 59-jähriger Kletterer am Mahdlgupf-Klettersteig 15 Meter ab. Sein Falldämpfer löste sich vollständig aus – er blieb im Klettersteigset hängen und wurde schwer verletzt.
Unfälle durch Orientierungsverlust
Einige Unfälle ereigneten sich, weil Kletterer vom markierten Weg abkamen:
  • Am 23. Juni 2025 verlor ein 25-jähriger Niederländer am Schmied-Klettersteig den markierten Weg und geriet ins weglose, felsdurchsetzte Steilgelände. Beim Versuch, wieder einzusteigen, stürzte er ca. 50 Meter ab.
Unfälle durch Wettereinflüsse
Wetterbedingte Unfälle zeigen die Gefahr von Gewittern:
  • Am 28. Juni 2025 gerieten drei ungarische Klettersteiggeher am Haidsteig in ein schweres Gewitter. Eine Person wurde vom Blitz getroffen, erlitt jedoch glücklicherweise nur leichte Verletzungen.
Diese Unfälle zeigen, dass auch bei korrekter Sicherung schwere Verletzungen möglich sind. Die Funktionalität des Klettersteigsets ist entscheidend – in mehreren Fällen kam es zu technischen Problemen mit dem Falldämpfer, was die Wichtigkeit regelmäßiger Überprüfung der Ausrüstung unterstreicht.
Bergnotfälle ohne schwere Verletzungen 2025
Neben tödlichen und schweren Unfällen kam es 2025 zu zahlreichen Bergnotfällen, bei denen Kletterer gerettet werden mussten, ohne dass sie schwere Verletzungen erlitten. Diese Fälle zeigen typische Gefahrensituationen auf Klettersteigen.
19. April 2025 - "Wilde Gams", Weißbach bei Lofer
Ein 20-jähriger Mann geriet aus Erschöpfung in Bergnot. Er war ohne vollständige Ausrüstung unterwegs (trug zwar Helm, aber weder Gurt noch Klettersteigset) und schaffte die letzten 30 Höhenmeter zum Ausstieg nicht. Der Unverletzte klammerte sich an das Stahlseil und wurde von der Bergrettung Lofer abgeseilt und gerettet.
27. April 2025 - Mahdlgupf-Klettersteig, Steinbach am Attersee
Ein 42-jähriger erfahrener Klettersteiggeher aus Deutschland erlitt im Abschnitt "Weiße Wand" Muskelkrämpfe in Händen und Füßen und konnte weder vor noch zurück. Er wurde per Helikopter-Tau geborgen und ins Klinikum Bad Ischl gebracht.
09. August 2025 - Klettersteig bei Laimach, Zillertal
Ein 59-jähriger Franzose blieb im unteren Drittel eines Klettersteigs hängen. Dem Mann ging plötzlich die Kraft aus, er stürzte ins Sicherungsset und hing im Seil, unfähig, sich hochzuziehen. Der Falldämpfer hatte ausgelöst, sodass der Mann nicht wieder ans Stahlseil kam.
Diese Bergnotfälle verdeutlichen, dass Erschöpfung eine der häufigsten Ursachen für Rettungseinsätze auf Klettersteigen ist. Selbst erfahrene Kletterer können in Situationen geraten, in denen sie ohne fremde Hilfe nicht mehr weiterkommen. Besonders problematisch ist das sogenannte Hängetrauma, das entstehen kann, wenn ein erschöpfter Kletterer längere Zeit im Seil hängt.
Tödliche Unfälle 2024
Das Jahr 2024 war durch mehrere tragische Klettersteig-Unfälle mit Todesfolge gekennzeichnet. Besonders auffällig waren Unfälle durch Gewitter und das bewusste Aushängen der Sicherung.
Gewitter-Unfall am Donnerkogel
Am 12. Juli 2024 starb ein 61-jähriger Mann aus Ungarn am Intersport-Klettersteig vor den Augen seines Sohnes. Aus Angst vor Blitzeinschlag löste er vorsichtshalber seine Sicherung vom Stahlseil. Als ein Blitz einschlug, stürzte er 100 Meter über steiles Gelände ab und war sofort tot. Sein Sohn erlitt Verletzungen durch den Blitzschlag.
Tödlicher Absturz an der Drachenwand
Am 30. Juli 2024 stürzte ein 36-jähriger Klettersteiggeher aus dem Flachgau (Salzburg) beim Überholen anderer Kletterer rund 200 Meter in den Tod. Unterhalb der markanten Schlüsselstelle "Nusskipferl" wollte er eine Fünfer-Gruppe überholen und hängte dazu sein Klettersteigset aus. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte ab.
Unfall am Bergkamerad-Klettersteig
Am 07. September 2024 stürzte eine 48-jährige Einheimische auf dem anspruchsvollen Bergkamerad-Steig nahe der Ottenalm etwa 100 Meter in die Tiefe. Die Alpinpolizei fand heraus, dass die Verunglückte zum Unfallzeitpunkt nicht am Stahlseil eingehängt war – beide Karabiner ihres Klettersteigsets waren stattdessen in der Anseilschlaufe ihres Gurtes eingehängt.
Diese Unfälle zeigen ein wiederkehrendes Muster: Das bewusste Aushängen vom Sicherungsseil führte in mehreren Fällen zu tödlichen Abstürzen. Besonders tragisch ist der Gewitter-Unfall am Donnerkogel, bei dem der Versuch, sich vor einem Blitzschlag zu schützen, zum tödlichen Absturz führte – ein klassisches Dilemma zwischen zwei Gefahren.
Unfälle 2023 und 2022
In den Jahren 2023 und 2022 ereigneten sich ebenfalls mehrere schwere und tödliche Klettersteig-Unfälle in Österreich. Diese Vorfälle zeigen ähnliche Muster wie die Unfälle der späteren Jahre.
2023
Laut Unfallstatistik verunglückte 2023 auf österreichischen Klettersteigen eine Person tödlich – ein britischer Bergsteiger am Donnerkogel, der am 12. September 2023 am Ausstieg des Intersport-Klettersteigs rund 70-100 Meter in die Tiefe stürzte.
Am 08. Oktober 2023 erlitt ein 45-jähriger Tscheche im Klettersteig der Örfla-Schlucht ein schweres Hängetrauma. Er stürzte aus Erschöpfung ins Seil und blieb kopfüber darin hängen.
2022
2022 gab es laut Kuratorium für Alpine Sicherheit insgesamt 5 tödliche Klettersteigunfälle in Österreich.
Am 29. April 2022 stürzte eine 35-jährige Frau am Örfla-Klettersteig in Götzis tödlich ab, nachdem sie nach dem Klettersteig einen Weidezaun durchstieg und sich der Felskante näherte.
Am 05. Oktober 2022 verunglückte ein 54-jähriger Italiener am Kaiser-Max-Klettersteig in der Martinswand bei Zirl tödlich.
Die Statistik zeigt, dass die Zahl der tödlichen Klettersteig-Unfälle von Jahr zu Jahr schwankt. Nach einem Rückgang im Jahr 2023 ist für 2024 und 2025 wieder ein Anstieg der Todesfälle zu verzeichnen. Besonders auffällig ist, dass viele Unfälle an denselben bekannten Klettersteigen passieren, wie dem Donnerkogel-Klettersteig oder dem Örfla-Klettersteig.
Unfälle 2021
Das Jahr 2021 war mit 7 Todesopfern auf Klettersteigen ein besonders unfallträchtiges Jahr. Insgesamt wurden 47 Klettersteig-Unfälle mit Toten, Verletzten und Unverletzten gemeldet.
Talbach-Klettersteig, Hippach (12. August 2021)
Ein 43-jähriger Deutscher unternahm mit seiner 8-jährigen Tochter den Talbach-Klettersteig. Im oberen Drittel wurden beide erschöpft. Um den Steig zu verlassen, hängte der Vater sowohl die Sicherung seiner Tochter als auch seine eigene aus. Er schob das Mädchen auf einen Felsvorsprung und kletterte ungesichert hinterher. Dabei rutschte er ab und stürzte 15-20 Meter bis zum Talbach hinunter. Der Vater starb, das Kind wurde unverletzt gerettet.
Geo-Steig Silberreith, Admont (18. September 2021)
Ein 57-jähriger Niederösterreicher stürzte beim Abstieg nach der Begehung des Geo-Klettersteigs Silberreith rund 40 Höhenmeter ab und wurde schwer verletzt. Beim Rückweg mussten sie eine mit Seilen versicherte A-Stelle queren. Der Verunglückte hatte bereits seinen Helm abgenommen und war offenbar nicht am Sicherungsseil eingehängt. Er zog sich u.a. schwere Kopfverletzungen zu.
Der tragische Unfall am Talbach-Klettersteig, bei dem ein Vater vor den Augen seiner Tochter tödlich verunglückte, machte landesweit Schlagzeilen und führte zu Appellen, überforderte Kinder nicht auf schwere Klettersteige mitzunehmen. Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie Erschöpfung zu Fehlentscheidungen führen kann, die tödliche Konsequenzen haben.
Auch der Unfall am Geo-Steig Silberreith verdeutlicht ein häufiges Problem: Das vorzeitige Abnehmen des Helms und Aushängen der Sicherung, bevor das Gelände wirklich gefahrlos ist. Dieser Unfall endete glücklicherweise nicht tödlich, führte aber zu schweren Verletzungen.
Sicherheitsempfehlungen und Fazit
Die Analyse der Klettersteig-Unfälle in Österreich von 2021 bis 2025 zeigt deutliche Muster und erlaubt konkrete Sicherheitsempfehlungen für Klettersteiggeher.
1
Vollständige und geprüfte Ausrüstung
Niemals ohne vollständige Klettersteigausrüstung (Helm, Gurt, normgerechtes Klettersteigset) einsteigen. Regelmäßig die Funktionalität des Falldämpfers überprüfen. Am 15. August 2024 überlebte ein 27-Jähriger einen 200-Meter-Sturz im Seewand-Klettersteig nur dank seiner intakten Ausrüstung.
2
Immer gesichert bleiben
Niemals die Sicherung aushängen, solange man sich im absturzgefährdeten Gelände befindet – weder zum Fotografieren, Überholen noch aus Angst vor Blitzschlag. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich nach bewusstem Aushängen der Sicherung.
3
Realistische Selbsteinschätzung
Die eigene Kondition und technische Fähigkeit realistisch einschätzen und ausreichend Reserven einplanen. Erschöpfung führt zu den meisten Bergnotfällen auf Klettersteigen. Besonders mit Kindern sollte man konservativ planen und leichtere Routen wählen.
4
Wetterbeobachtung
Wettervorhersagen beachten und bei Gewittergefahr auf die Tour verzichten. Bei aufziehendem Gewitter rechtzeitig umkehren. Gewitter führten zu mehreren tödlichen und schweren Unfällen, wie am Donnerkogel (2024) und am Haidsteig (2025).
Die Unfallanalyse zeigt, dass die meisten schweren und tödlichen Klettersteig-Unfälle auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind und durch konsequente Beachtung der Sicherheitsregeln vermeidbar wären. Besonders das bewusste Aushängen der Sicherung, sei es zum Fotografieren, Überholen oder aus Angst vor Blitzschlag, führt immer wieder zu tragischen Unfällen.
Klettersteige bieten ein großartiges Bergerlebnis und sind bei korrekter Ausrüstung und umsichtigem Verhalten relativ sicher. Die dokumentierten Unfälle sollten als Lernbeispiele dienen, um die eigene Sicherheit beim Klettersteig-Gehen zu verbessern und kritische Situationen zu vermeiden.